Welsh Springer Spaniel

Nicht zimperlich, wenn es darum geht, ein bisschen schmutzig zu werden...

Toll bei der gemeinsamen Arbeit.

Über die Herkunft der Rasse
Wales, England, Jagdhund zum Stöbern

Das Wesen (und Erziehungsansätze)
Welshis… Man könnte ein ganzes Buch mit ihrem Wesen füllen!

 Wenn Welshis gerade eine andere Idee haben als wir, ihnen langweilig ist oder sie Stress empfinden, werden sie gerne kleine Clowns. So edel sie sein können, so unvergleichlich ist ihre Art, einfach "anders" zu sein. Sie tanzen gerne einmal aus der Reihe, liegen statt schön gerade im "Platz" eher wie ein kleiner Soldat da, der gerne am Bauch auch ein paar Meter nach vorne robbt. Ganz nach dem Motto "ich bin ja nicht aufgestanden, so wie du es von mir wolltest.". Ich kenne die Rasse als meist fröhlich, keck und lebenslustig. Wer einen besseren Eindruck von ihren unvergleichlichen Angewohnheiten und Bewegungsideen bekommen möchte, braucht nur in eine der Facebookgruppen oder Instagramseiten zu schauen und dort die vielen Bilder zu betrachten. Möchte man so einen Hund, muss man das einfach lieben! Was oft viel Humor und Geduld voraussetzt!

 Eine strenge Hand oder Härte verträgt diese Rasse absolut nicht. Stattdessen benötigt sie ausdauernde Konsequenz und viel Liebe und Verständnis. 

Welsh Springer Spaniels sind schnelle Läufer, die sehr gerne ihre extrem gute Nase einsetzen. Einmal im Jagdmodus braucht es viel Fingerspitzengefühl und konsequentes, jahrelanges Training um sie in diesen Situationen ansprechbar zu bekommen. Wird eine Duftspur verfolgt, werden gerne die Ohren dicht gemacht und alles rundherum ist ausgeblendet. Ihre jagdliche Passion ist also nicht zu unterschätzen - auch unsere Hunde stammen aus jagdlichen Zuchten mit guten Anlagen. Gerade in der Pubertät sollte man sich für mehrere Monate darauf einstellen, noch einmal extra viel Geduld und Zeit mitbringen zu müssen. 

Wasser lieben sie sehr, und auch hier empfehle ich gutes Training, um auch in diesen Situationen die Möglichkeit zu haben, seinen Hund abzurufen. (Es ist wahrlich kein Vergnügen, wenn der Hund im Wasser steht, mit dem Schalk im Blick und man ruft verzweifelt vom Ufer aus...) Ansonsten wird Wasser zu jeder Jahreszeit und Temperatur als tolle Abwechslung gesehen. (Das kann im Winter bei Eis auch gefährlich werden oder 2min vor dem Auto hat man einen nassen, schlammigen Hund). 

Eine spezielle Kombination entsteht durch ihre Intelligenz zusammen mit dem Stursinn und großer geistiger Ausdauer. Sie merken sich ganz genau, wo beim Spaziergang ein toller Geruch oder der letzte Hase gewesen sind. Es ist schwer, sie auszutricksen und wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt haben, braucht man sehr viel Geduld und Ausdauer, um sie vom Gegenteil zu überzeugen. 
Es liegt nahe, dass man keinen "dummen" Hund möchte, aber ein bisschen weniger intelligent ist für sehr viele Menschen ein großer Vorteil. Je intelligenter und sensibler der Hund, desto schwerwiegender werden vom Hund menschliche Erziehungsfehler gewertet. Er wird es sich merken und bei einer unfairen Behandlung (aus seiner Sicht, auch wenn man selbst die beste Absicht hat) schnell die Motivation zur gemeinsamen Arbeit verlieren. Man muss ihnen immer einen Schritt voraus sein, was für den Besitzer auch oft anstrengend ist. Einmal nachlässig etwas zugelassen, wird es schnell als Grundrecht angesehen und selbstverständlich gehandhabt z.B. beim Rückruf nicht konsequent gewesen ("Juhu, ich kann kommen, wann und wie es mich freut. Der Rückruf ist nur ein Vorschlag") oder einmal den Versuch aufs Sofa zu klettern durchgehen gelassen ("Genial, das Sofa ist wirklich bequem und ich werde mich jetzt öfter hier hinlegen).
Bei ihrer Ausdauer braucht es lange, bis solch ein inkonsequenter Erziehungsmoment vergessen wird.

Die Rasse ist sehr anhänglich und schließt sich vor allem an eine Person in der Familie besonders an. Hier ist es wichtig, früh mit einem langsamen und sorgfältigen Allein-bleibe-Training zu beginnen. Denn mit ihrer Neugierde wären sie nicht nur gerne überall dabei, sondern vor allem immer die Ersten. 

Lässt man sich voll und ganz auf die Rasse ein, sorgt in den ersten Jahren für viel Ruhe und Entspannung, investiert ausreichend Zeit in Bindung, Erziehung und gemeinsame Erfahrungen, nimmt sie mit viel Humor, bleibt dabei aber konsequent, ausdauernd und freundlich, dann hat man einen Hund zum Freund, der mit einem durch dick und dünn geht.

Ganz allgemein muss man aber einen Hund "in echt" kennengelernt haben, um feststellen zu können, ob Mensch und Hund tatsächlich zueinander passen. So wie es viele Charaktere beim Menschen gibt, so passt auch zu jedem eine andere Rasse.

Die Fellpflege
Das Deckhaar sollte regelmäßig mit einem Coat King gebürstet werden, um überschüssige Haare zu entfernen.
Die länger werdenden Haare zwischen den Zehen sind regelmäßig zu schneiden. Das hat nicht nur den Vorteil, dass der Hund gepflegter aussieht, sondern man spart sich auch eine Menge Putzarbeit, wenn er mal mit nassen Pfoten rein kommt. (Video siehe unten)
Die Haare bei den Ohren sind mit den Fingern zu trimmen. Dabei werden stumpf aussehende und zu lange Haare ausgezupft. Man glaubt gar nicht, wie viele Haare auf die Ohren passen! Ist man dahinter und zupft regelmäßig, hält sich der Aufwand aber in Grenzen. Die Ohrenhaare sollten nie rasiert oder geschnitten werden, da ihnen dadurch der Glanz genommen wird.

Pfotenhaare schneiden

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Bei Welsh Springer Spaniels ist es wichtig, regelmäßig die Haare an den Pfoten zu kürzen, wenn diese zu lang werden. Das schaut nicht nur schöner aus, sondern auch Schmutz, Wasser und Schnee können sich weniger an den Haaren verfangen und es können sich keine Filzknoten zwischen den Zehen bilden.
Bei meinen Welsh Springer Spaniels kürze ich die Haare ungefähr einmal im Monat.